Geschichtliches

Zur Geschichte der Kirchengemeinde Ruhlsdorf und zur Dorfkirche

Die Kirchengemeinde Ruhlsdorf ist eine der kleinsten Gemeinden im brandenburgischen Teil des Kirchenkreises Teltow-Zehlendorf. Sie liegt im Ortsteil Ruhlsdorf der Stadt Teltow und gehört zum Landkreis Potsdam-Mittelmark. Sie kann auf eine über 700jährige Geschichte zurückblicken.

Im Jahr 1299 wird der Ort erstmalig urkundlich erwähnt und bis heute ist die mittelalterliche Dorfkirche aus dem 13 Jahrhundert Zeuge der Geschichte und Tradition des Ortes wie auch der christlichen Gemeinde. Nach dem Ende des 30jährigen Krieges war der Ort, wie viele Orte der Mark, wüst geworden. Er wurde mit fünf Familien neu besiedelt.

Zu einer Zäsur in der Geschichte der Kirchengemeinde kam es zu Michaelis im Jahr 1823, als das Kirchen- und Pfarrverhältnis mit der Kirchengemeinde Stahnsdorf vereinigt wurde. Seither hat die Kirchengemeinde Ruhlsdorf keinen eigenen Pfarrer mehr. Die Verbindung zu Stahnsdorf blieb bis 1949 bestehen.

Seit dem 1. Januar 1950 bilden Ruhlsdorf und Teltow einen Pfarrsprengel. Seine rechtliche und auch gemeindliche Eigenständigkeit hat Ruhlsdorf jedoch erhalten. Trotz der Verbindung zu einem Pfarrsprengel mit Teltow wird die Kirchengemeinde von einem eigenen Gemeindekirchenrat geleitet und bewirtschaftet auch ihren Haushalt selbst.

Der Innenraum der Kirche

Der Innenraum der Kirche

Örtlicher Mittelpunkt der Kirchengemeinde ist die mittelalterliche Dorfkirche, die an ihrer Außenfassade noch Reste von Putzen aus ihrer Entstehungszeit aufweist. Die Kirche besteht aus einem Schiff mit eingezogenem Rechteckchor, einem schmaleren und nachträglich angebauten Westturm sowie einem rechteckigen Anbau auf der Nordseite. Sie weist sowohl romanische als auch frühgotische Elemente auf. Die Kanzel stammt aus dem Jahr 1594. Der Altaraufsatz ist mit Tafelbildern ausgestattet, die auf das frühe 16. Jahrhundert datiert werden. In der Kirche finden sich noch zwei erhaltene Weihekreuze. Im Westgiebel der Kirche ist eine Patronatsloge eingebaut, die aus dem Jahr 1759 stammt.

Die Pflege der Kirche lag der Gemeinde seit jeher sehr am Herzen. Die Gemeinde hat sie seit dem letzten großen Umbau von 1929 bis 1931 über die Jahrzehnte hinweg in einem guten Zustand erhalten können. In jüngster Zeit wurden das Dach, die Fenster, die Fassade und die Kanzel umfangreich saniert. Auch der Innenraum und die Patronatsloge wurden jüngst wieder renoviert.
Ihren vorläufigen Abschluss haben die Sanierungs- und Renovierungsarbeiten in der Restaurierung von neun Bildtafeln des Kirchenmalers Paul Thol gefunden. Diese Tafeln waren in an der ehemaligen Südempore im Kirchenschiff angebracht. Als diese Empore in den 1960er Jahren abgerissen wurde, wurden die Bildtafeln auf den Dachboden gebracht. Nun sind sie wieder in das Kirchenschiff zurückgekehrt und erzählen der Gemeinde bildhaft vom Leben Jesu Christi.

Nachfolgend ein paar historische Ansichten der Dorfkirche. Die Bilder lassen sich nicht eindeutig datieren.

Weitere sehr detaillierte Informationen zur Ruhlsdorfer Dorfkirche finden Sie auch auf den Seiten  Mittelalterliche Kirchen im Teltow (südl. Berlin und Brandenburg).

Die Dorfkirche Südseite

Die Dorfkirche Südseite

Der Innenraum mit Altarschmuck anlässlich des Erntedankfestes

Der Innenraum mit Altarschmuck anlässlich des Erntedankfestes

Der Innenraum um 1950

Der Innenraum um 1950